Altkönigstr. 10, 65439 Flörsheim am Main

Ein Zeichen für den Frieden: Neujahrsempfang in der Ata-Moschee 2026

Veranstalter: AMJ Flörsheim am Main
Datum: 17. Januar 2026
Ort: Ata-Moschee Flörsheim am Main

FLÖRSHEIM AM MAIN – Es ist eine liebgewonnene Tradition, die gerade in turbulenten Zeiten ein wichtiges Signal sendet: Am 17. Januar lud die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) Flörsheim erneut zu ihrem jährlichen Neujahrsempfang ein. In den Räumlichkeiten der Ata-Moschee kamen Freunde, Partner und Nachbarn zusammen, um das neue Jahr 2026 mit Dialog und Gemeinschaft zu begrüßen.

Rückblick und Ausblick

Das Programm begann feierlich um 16:00 Uhr mit einer Rezitation aus dem Heiligen Qur’an. Ein Videobeitrag ließ die bundesweiten Höhepunkte der AMJ aus dem vergangenen Jahr Revue passieren, bevor der Blick auf die lokale Ebene gelenkt wurde. Die Gemeinde präsentierte ihre vielfältigen Aktivitäten vor Ort und gab bereits einen Ausblick auf kommende Projekte – ein besonderes Highlight im Kalender ist dabei der Charity-Walk, der dieses Jahr am 26. April stattfinden wird.

Brückenschlag zur Politik

Unter den Ehrengästen befand sich auch Flörsheims Bürgermeister Dr. Bernd Blisch. In seinem Grußwort hob er die intensive Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten hervor. Er lobte ausdrücklich die Offenheit der AMJ Flörsheim, die einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander in der Stadt leiste.

Gerechtigkeit als Fundament des Friedens

Den inhaltlichen Kern des Abends bildete die Grundsatzrede des lokalen Imams. Angesichts der prekären weltpolitischen Lage – von den Konflikten in der Ukraine und Palästina bis hin zu Spannungen in Südamerika – mahnte er eindringlich:

„Dauerhafter Friede kann nur durch absolute Gerechtigkeit erreicht werden, nicht durch Machtpolitik.“

Scharfe Kritik übte der Theologe am Vetorecht im UN-Sicherheitsrat, welches er als Hindernis für notwendige Friedenslösungen bezeichnete. Gleichzeitig verdeutlichte er die Haltung der Gemeinde zum Thema Extremismus: Die islamische Kriegsethik erlaube Gewalt ausschließlich zur Verteidigung und gebiete den strikten Schutz von Zivilisten sowie Gotteshäusern aller Religionen. Sein Appell an die Politik war klar: Nationale Interessen müssten dem Wohl der gesamten Menschheit untergeordnet werden, um eine globale Katastrophe abzuwenden.

Ausklang in Gemeinschaft

Nach einem gemeinsamen stillen Gebet ging der offizielle Teil in ein geselliges Beisammensein über. Im Multifunktionsraum der Moschee wurden die Gäste mit Chicken-Jalfrezi, Reis sowie Kaffee und Kuchen bewirtet. In entspannter Atmosphäre wurden die Themen des Nachmittags in persönlichen Gesprächen vertieft – ein gelungener Abschluss für einen Abend, der ganz im Zeichen der Verständigung stand.