Veranstalter: AMJ Flörsheim am Main
Datum: 17. Februar 2026
Ort: Ata-Moschee Flörsheim am Main
Flörsheim am Main, 17. Februar 2026 – Mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl am 15. März setzte die Ata-Moschee Flörsheim ein starkes Zeichen für bürgerschaftliches Engagement. Bei der Veranstaltung „Stimme der deutschen Muslime“ kamen zahlreiche Interessierte zusammen, um mit den Kandidaten ihrer Region persönlich ins Gespräch zu kommen und gemeinsam über die Zukunft ihrer Stadt zu diskutieren.
Der Einladung waren Vertreter verschiedener Parteien gefolgt: Björn Weber (CDU), Tobias Luger (DfB), Zafer Kurban (DfB), Michael Antenbrink und Philipp Moritz (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) sowie Stefan Grafen (Freie Demokratische Partei). Ziel der Veranstaltung war es, den Dialog zwischen Politik und muslimischer Gemeinschaft zu stärken sowie offene Fragen im Vorfeld der Wahl zu erörtern.
Einen würdevollen Auftakt bildete die Rezitation aus dem Heiligen Qur’an. Die ausgewählten Verse aus der Sure An-Nisa’ (4:59) erinnerten an grundlegende Werte wie Gerechtigkeit, Verantwortung und Treuhandschaft:
„Allah gebietet euch, dass ihr die Treuhandschaft jenen übergebt, die ihrer würdig sind; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, dass ihr richtet nach Gerechtigkeit. Fürwahr, herrlich ist, wozu Allah euch ermahnt. Allah ist allhörend, allsehend.“
Diese Worte erhielten im Kontext der bevorstehenden Wahl eine besondere Bedeutung. Sie unterstreichen die Verantwortung jedes Einzelnen, das Wahlrecht als anvertrautes Gut wahrzunehmen und aktiv an der demokratischen Willensbildung mitzuwirken.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, in der die Kandidaten ihre politischen Schwerpunkte skizzierten, wurde die Diskussion für das Publikum geöffnet. Die erste Wortmeldung thematisierte die medizinische Versorgung in Flörsheim. Angesichts eines wahrgenommenen Mangels an ärztlichen Angeboten erläuterten die Vertreter ihre jeweiligen Ansätze – von verstärkten Anreizen für Niederlassungen über bessere Vernetzung bestehender Strukturen bis hin zu interkommunaler Zusammenarbeit.
Ein weiteres zentrales Thema war das Sicherheitsgefühl in der Stadt. Die Kandidaten stellten unterschiedliche Maßnahmen vor, darunter eine stärkere Präsenz des Ordnungsamtes, präventive Jugendarbeit sowie eine engere Kooperation zwischen Kommune und Polizei.
Besonders engagiert wurde über bezahlbaren Wohnraum diskutiert. Die Frage, wie auch Durchschnittsverdiener eine angemessene Wohnung finden können, bewegte viele Anwesende. Die Lösungsansätze reichten von der Ausweisung neuer Wohngebiete über die maßvolle Nachverdichtung innerstädtischer Flächen bis hin zu sozial gebundenem Wohnungsbau.
Zum Abschluss der Veranstaltung sprach der lokale Imam und Theologe ein stilles Gebet, das den Abend in einem Moment der Besinnung ausklingen ließ. Anschließend boten Kaffee und Kuchen Raum für persönliche Gespräche im Multifunktionsraum der Moschee. In entspannter Atmosphäre setzten Bürger und Kandidaten den Austausch fort – ein Dialog, der vielen Teilnehmenden half, ihre Wahlentscheidung weiter zu konkretisieren.
Die Podiumsdiskussion in der Ata-Moschee machte deutlich, wie wertvoll Orte des offenen Gesprächs für das demokratische Gemeinwesen sind. Sie zeigte zugleich, dass religiöse Einrichtungen längst auch Räume gesellschaftlicher Mitverantwortung geworden sind. Die Ata-Moschee in Flörsheim präsentierte sich damit nicht nur als Ort des Gebets, sondern ebenso als Forum lebendiger Demokratie und gelebten interkulturellen Dialogs.






