Veranstalter: Jugendorganisation Flörsheim (MKAD)
Datum: 01. März 2026
Orte: Ata-Moschee Flörsheim am Main
Flörsheim am Main, 01. März 2026 – In der besonderen Atmosphäre des Ramadan lud die Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya am vergangenen Sonntag zum Jugend-Forum 2026 in die Ata-Moschee nach Flörsheim am Main ein. Ein Programm, das Brücken schlug zwischen theologischer Reflexion, interaktivem Austausch und dem traditionellen Fastenbrechen.
Ein Nachmittag im Zeichen der Besinnung
Pünktlich um 16:00 Uhr begann die Zusammenkunft mit der feierlichen Rezitation des Heiligen Qur‘an. Der darauffolgende Impulsvortrag von Herrn Hasanat Ahmad setzte den thematischen Grundstein des Abends.
Mit Blick auf den berühmten Satz des französischen Philosophen René Descartes aus dem Jahr 1637 – „Ich denke, also bin ich“ (lateinisch cogito, ergo sum) – formulierte Ahmad eine spirituelle Neudeutung: „Ich diene, also bin ich.“ Dienst an Gott und an der Gemeinschaft, so seine Botschaft, sei nicht nur religiöse Pflicht, sondern identitätsstiftendes Fundament. Die Worte regten viele der anwesenden 150 jungen Männer zur Selbstreflexion über ihre Rolle in Familie, Gemeinde und Gesellschaft an.
Dass Glaube zugleich intellektuelle Auseinandersetzung verlangt, zeigte das anschließende Quiz. Angelehnt an eine aktuelle Freitagsansprache des weltweiten Oberhaupts der Ahmadiyya Muslim Jamaat konnten die Teilnehmer ihr Wissen über das Pflichtgebet unter Beweis stellen – ein Programmpunkt, der mit spürbarer Begeisterung aufgenommen wurde.
Dialog auf Augenhöhe
Ein besonderes Highlight der Agenda war der Podiumstalk. Ein Höhepunkt des Forums war der Podiumstalk mit Tariq Hübsch, Dozent der Jamia Ahmadiyya Deutschland. Im Gespräch wurden aktuelle Herausforderungen für gläubige Muslime in einer digitalisierten Welt beleuchtet: die Rolle sozialer Medien und Künstlicher Intelligenz, moderne „Götzen“ wie Status und Selbstoptimierung sowie die Frage nach spirituellen Ankern im Alltag.
Der Dialog zeichnete sich durch Offenheit und Praxisnähe aus. Spiritualität, so der Tenor, dürfe kein abstraktes Ideal bleiben, sondern müsse im konkreten Leben erfahrbar sein – gerade in einer Zeit permanenter Ablenkung.
In der anschließenden Frage-und-Antwort-Runde mit Imtiaz Ahmad Shaheen, Bundesvorsitzender der Khuddam-ul-Ahmadiyya Deutschland, nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, persönliche Anliegen direkt anzusprechen. Die Fragen reichten vom Leben nach dem Tod über die besondere Bedeutung des Ramadhans bis hin zu praktischen Tipps für mehr Konzentration im Gebet. Die Tiefe des Austauschs unterstrich den Anspruch des Forums, ein Raum echten Dialogs zu sein.
Ein krönender Abschluss
Mit dem Sonnenuntergang leitete der Gebetsruf den Übergang zum spirituellen Höhepunkt des Tages ein. Das gemeinsame Iftar – traditionell eröffnet mit einer Dattel und frischem Obst – bot nach den intensiven Gesprächen Raum für Begegnung und Geselligkeit.
Nach dem Abendgebet wurde ein festliches Mahl serviert: gekochter Reis mit Champignon-Hähnchen-Rahmsoße, gefolgt von Kheer, einem aromatischen Milchreis nach pakistanischer Art. Den feierlichen Abschluss bildeten das Nachtgebet sowie das im Ramadan übliche Tarawih-Gebet.
Das Jugend-Forum in Flörsheim zeigte eindrucksvoll, dass die Ata-Moschee weit mehr ist als ein Ort des Gebets. Sie ist ein lebendiges Zentrum religiöser Bildung, geistiger Auseinandersetzung und sozialen Zusammenhalts – gerade in einer Zeit, in der Orientierung und Gemeinschaft wertvoller erscheinen denn je.











